Warum Patreon nicht das richtige für dich ist

Ich war kürzlich auf der Suche nach einem guten Tool für Spenden und monatliche Abonnements für meine Designarbeit. Ich habe ein paar Icon-Packs für iOS erstellt, um die Standard-Homescreen-Symbole auf dem iPhone oder iPad zu ersetzen. Diese Symbole stehen kostenlos zur Verfügung. Ich wollte dennoch die Möglichkeit haben, hier und da einen Euro für die Arbeit zu bekommen, die in die Icons investiert wurde.

Der beliebteste Dienst, den ich kenne, um finanzielle Unterstützung als Creator zu erhalten, ist zweifellos Patreon. Viele meiner Lieblings-YouTuber, Blogger, Influencer in sozialen Medien und viele mehr nutzen diese Plattform. Also habe ich Patreon ausprobiert.

Mir wurde jedoch schnell klar, dass Patreon nicht das war, nach dem ich suchte.

Was ist Patreon?

Wenn du Patreon nicht kennst, hier eine kurze Übersicht:
Patreon ist eine Support-Plattform für Creator mit einem Abonnement-Zahlungsmodell, bei dem Fans ihren Lieblingscreators einen monatlichen Betrag ihrer Wahl zahlen können. Im Gegenzug erhalten diese Fans oder Patreons Zugang zu exklusiven Materialien, Inhalten, persönlichen Einblicken oder was auch immer der Schöpfer möchte.

So weit, so gut. Ich unterstütze und mag diese Art, Geld zu verdienen und den Kreativen etwas zurückzugeben. Meiner Meinung nach ist es besser als Werbeanzeigen, obwohl auch ich Anzeigen auf meinem Blog verwende. Ich würde gerne nur mit Spenden auskommen, aber davon bin ich noch weit entfernt.

Zurück zum Thema: Patreon schien das Werkzeug zu sein, nach dem ich damals gesucht habe. Ich habe eine Patreon-Seite erstellt und den Link zu meinem Design-Portfolio, meinen sozialen Medien und überall sonst hinzugefügt. Bald erkannte ich die Nachteile von Patreon.

Was stimmt nicht mit Patreon?

An Patreon ist grundsätzlich nichts falsch. Ich würde sagen, Patreon ist auf eine bestimmte Art von Kreativen zugeschnitten, nämlich jene, die bereits eine ziemlich große Anhängerschaft auf einer Plattform oder einer Nische haben. Eine, die darauf basiert, regelmäßig neue Inhalte bereitzustellen.

Beispiele dafür sind leicht zu finden: YouTube-Kanäle, die nach einem Zeitplan hochladen, Autoren, die jeden Tag Artikel veröffentlichen, usw. Es ist jedoch relativ ungeeignet für Arbeiten, die einmal durchgeführt und ein paar Mal im Jahr in unregelmäßiger Intervallen aktualisiert werden… genau das, was ich tue.

Patreon schien mit nicht das richtige dafür. In den nächsten Tagen war ich auf der Suche nach einer ähnlichen Plattform, die mir das bietet, was ich brauche: einmalige Zahlungen, Spenden und monatliche Abonnements, mit einer angemessenen Gebühr und einigen coolen zusätzlichen Funktionen.

Meine Alternativen

Ich habe zwei schöne Alternativen entdeckt (und am Ende gibt es eine Bonusalternative). Je mehr ich schaute, desto mehr wurde mir klar, dass diese beiden Alternativen nicht nur besser auf meine Bedürfnisse zugeschnitten waren, sondern auch großartige Alternativen zu Patreon sind, für alle Art von Kreativen.

Beide Plattformen bieten eine breite Palette an Funktionen, gebündelt in benutzerfreundliche, einfache und schöne Weboberflächen. Beide bieten einmalige Spenden mit unterschiedlichen Beträgen an, wobei der kleinste 1 Euro beträgt. Sie bieten verschiedene Währungen an. Monatliche Abonnements sind jedoch nur in einem der Tools kostenlos. Ein Premium-Plan wird für das andere Tool benötigt, um monatliche Zahlungen zu ermöglichen.

Beide Plattformen haben Integrationen mit PayPal und Stripe, um Zahlungen abzuwickeln. Diese Dienste arbeiten mit ihren üblichen Gebühren, übernehmen die Währungsumrechnung, wenn du Supporter aus der ganzen Welt hast, und bestimmen die Zahlungsoptionen, z.B. Kreditkarte, Apple Pay usw.

Patreon bietet derzeit nur PayPal und Kreditkarten mit unterschiedlichen Gebühren von 5%, 8% oder 12% an, je nachdem, für welchen Plan man sich anmeldet: Lite, Pro oder Premium.

Buy Me a Coffee

Buy Me a Coffee* ist ein junges Startup mit Sitz in San Francisco, das 2018 gegründet wurde. Laut ihren eigenen Worten nutzen bereits mehr als 200.000 Kreative die Plattform.

Mit Buy Me a Coffee kannst du eine Seite erstellen. Du kannst entscheiden, ob du einmalige Zahlungen oder Abonnements, bzw. beides erhalten möchtest. Soweit ich weiß, gibt es keine Möglichkeit, nur wiederkehrende Mitgliedschaftszahlungen zu akzeptieren. Das könnte für einige als Nachteil wahrgenommen werden – ich betrachte es jedoch als Vorteil.

Sieh esst mal so: eine monatliche oder jährliche Zahlung (egal wie klein) ist eine Investition für jeden Unterstützer. Nicht alle sind am Anfang dazu bereit. Die Möglichkeit zu haben, nur einen Kaffee (wie es heißt) für einen Euro oder den von dir gewählten Betrag zu kaufen, ist benutzerfreundlicher. Im Fall von Buy Me a Coffee ist es zudem mühelos, weil der Unterstützer, einmalig zahlen kann, ohne ein Konto bei Buy Me a Coffee erstellen zu müssen. Wenn dem Unterstützer deine Inhalte gefallen, könnte er danach eine monatliche Mitgliedschaft in Betracht ziehen. Klingt für mich nach einer Win-Win-Situation.

Eine weitere nette Funktion von Buy Me a Coffee sind Extras. Diese funktionieren effektiv wie ein kleiner Shop. Du kannst Extras wie digitale Downloads, Kunstwerke, sogar Zoom-Anrufe oder Einladungen zu deiner Enge-Freunde-Liste auf Instagram anbieten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Du kannst diese Extras für einen Betrag Ihrer Wahl verkaufen oder gratis anbieten.

Du kannst außerdem Beiträge oder Alben für deine Supporter erstellen. Innerhalb eines Beitrags kannst du einen Link, Bilder, uvm. anhängen und danach auswählen, ob dieser Beitrag für alle oder nur für deine Supporter verfügbar sein soll. Das kann ein großartiges Belohnungssystem sein. Du kannst so beispielsweise jedem zahlenden Unterstützer einen Beitrag mit einem Geschenk senden.

Weitere Funktionen sind Integrationen zu Discord sowie anpassbare Widgets und Schaltflächen für Ihre Website.

Ko-Fi

Diese Plattform hat ihren Sitz in St. Ives, England. Was Ko-Fi zweifellos zu einer sehr lukrativen Alternative zu Patreon macht, ist sein wichtigstes Feature, das eigentlich überhaupt kein Feature ist: Es ist kostenlos.

Ko-Fi erhebt keine Gebühren für Spenden. Soweit ich weiß, ist es das einzige Tool, das Patreon oder Buy Me a Coffee ähnelt, für das keine Gebühr anfallen.

Bevor du Ko-Fi hier zum sicheren Gewinner erklärst, gibt es ein paar Dinge zu beachten, wie ich bereits zuvor angedeutet habe.

Erstens bietet Ko-Fi im kostenlosen Plan nur einmalige Zahlungen an. Keine Abonnements. Das ist bereits ein großer Nachteil für mich und für viele von euch, nehme ich an. Ko-Fi bietet ein Abonnement-basiertes Modell an, aber nur mit ihrem Gold-Plan, der 6 € pro Monat kostet. Um fair zu sein, enthält dieser Plan viele andere großartige Funktionen.

Meine Lieblingsfunktion von Buy Me a Coffee – die Möglichkeit, Beiträge mit Belohnungen für Unterstützer zu verfassen – ist eine weitere Funktion, die Ko-Fi zwar anbietet, aber ausschließlich im Premium-Plan.

Ko-Fi ist dafür mit einer richtigen Shop-Funktion ausgestattet. Du kannst innerhalb weniger Minuten einen eigenen Shop erstellen und digitale Waren sowie physische Produkte verkaufen. Die Plattform erhebt keine Einstellgebühren wie viele andere Shop-Systeme. Ko-Fi nimmt jedoch eine faire 5%-Gebühr beim Verkauf. Mit dem Gold-Plan fällt die Gebühr weg. Diese Funktion ist überzeugend für Kreative, die viele Produkte verkaufen möchten.

Wie bei Buy Me a Coffee kann ich hier nicht alle Funktionen durchgehen, aber andere nennenswerte sind ein Provisionssystem, eine breite Palette von Integrationen in Websites und Dienste wie WordPress, Github, sowie Widgets und Schaltflächen.

Vor- und Nachteile

Ich bin überzeugt, dass sowohl Buy Me a Coffe als auch Ko-Fi praktikable Alternativen zu Patreon sind, über die jeder Creator Bescheid wissen sollte. Ich habe nichts gegen Patreon. Ich denke nur, dass die anderen beiden ein Gesamtpaket anbieten, das für mich und viele andere Kreative überzeugender ist.

Lass uns kurz zusammenfassen:

Buy Me a Coffee

Vorteile:

  • Einfach zu bedienende, schöne Oberfläche
  • Einmalige und wiederkehrende Zahlungen
  • Support ohne Konto
  • Extras funktionieren wie ein kleiner Shop
  • Beiträge nur für Unterstützer
  • Mobile App

Nachteile:

  • 5% Gebühr (obwohl immer noch angemessen)

Ko-Fi

Vorteile:

  • Keine Gebühren
  • Voll funktionsfähiger Shop
  • Großartige Integrationstools plus eine API

Nachteile:

  • Keine Abonnements
  • Keine Beiträge nur für Unterstützer
  • Viele Funktionen nur im Premium-Plan

Beides im Vergleich zu Patreon

  • PayPal- und Stripe-Integration
  • Sofort und direkt bezahlt werden
  • Sehr einfach zu bedienen

Fazit & Bonus

Ich habe mich entschieden, nachdem ich diese drei Werkzeuge eine Weile verglichen hatte. Aber bevor ich Ihnen meine Entscheidung präsentiere, noch kurz eine Bonus-Alternative für Kreative, die hauptsächlich in einer anderen Sprache als Englisch tätig sind. Diese Alternative ist Tipeee.

Tipeee funktioniert im Allgemeinen wie Buy Me a Coffee, Ko-Fi oder Patreon. Tipeee ist allerdings in fünf europäischen Sprachen verfügbar: Englisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Tipeee hat seinen Sitz in Paris, Frankreich. Für europäische Creators ist Tipeee eine großartige Alternative zu Patreon. Die Plattform bietet viele ähnliche Funktionen wie einmalige oder wiederkehrende Zahlungen, Belohnungen und Beiträge für Unterstützer und erhebt eine Gebühr von 8% auf Spenden mit einem Mindestbetrag von 1 €.

Nun zurück zu meiner Entscheidung: Ich werde Buy Me a Coffee* nutzen. Diese junge Plattform bietet diejenigen Funktionen, die ich am meisten schätze, gegen eine angemessene Gebühr von 5% und hat gleichzeitig großartige Zahlungsoptionen über PayPal und Stripe. Was ist dein Favorit?

*Dies ist ein Partnerlink von Buy Me a Coffee.

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