digitaler Frühjahrsputz | digitaler Minimalismus

Anfang diesen Jahres habe ich den Großteil meiner Konto und Accounts bei sozialen Netzwerken, Apps, Email-Anbietern usw. komplett gelöscht. Das war mein digitaler Frühjahrsputz / digitaler Minimalismus.

Warum digitaler Minimalismus?

Warum habe ich das getan? Letztlich aus verschiedenen Gründen. Erstens hatte ich mittlerweile über die Jahre hinweg so viele Accounts angelegt, das ich den Überblick komplett verloren hatte. Das geht sicher einigen so. Zweitens habe ich die meisten Konten gar nicht genutzt, und selbst wenn, dann nur sehr sporadisch. Drittens kam (gerade in der jetzigen Zeit) auch der Gedanke um Datenschutz und Sicherheit mit ins Spiel.

Während des Frühjahrsputzes und schon teilweise davor habe ich mir zudem angewöhnt, alle noch aktiven und genutzten Kontos in einer einfachen Notiz aufzulisten. Das ist ein simpler Schritt, der doch so viel bringt. Denn so gewinnt man den Überblick und behält in Erinnerung, wo man seine teilweise sensiblen Daten verteilt hat. Bitte vermerkt in der Notiz aber keinesfalls eure Passwörter! Ich schreibe lediglich den Namen des Service hinein, z.B. Facebook, Apple ID, etc.

Nach diesem Schritt hatte ich eine eine schöne Notizliste mit all meinen meist genutzten und geschätzten Accounts. Interessanterweise waren es einerseits mehr, als ich dachte, andererseits weniger offensichtliche, als ich dachte. Daraufhin habe ich mich ganz ernsthaft gefragt, welche Konten ich wirklich benötige. Dieser Überlegung fielen schließlich dann auch Facebook und Google zum Opfer. Twitter, LinkedIn und alle anderen Netzwerke hatte ich direkt zu Beginn gelöscht. Die schwerste Entscheidung war sicher mein Google-Account, denn bis dato hatte ich all meine Mails, Kontakte, Kalender, Dateien (Google Drive), Fotos, Dokumente (Google Docs) und vieles mehr auf den Rechenzentren des Suchmaschinenriesen geparkt. Dann fragte ich mich, wieso? Die Antwort war, dass ich dies vor einigen Jahren bei Anschaffung meines ersten Android-Phones getan hatte. Mittlerweile besitze ich allerdings kein Android-Phone mehr. Arbeiten tue ich zudem auf meinen MacBook. Demnach war es nicht zwingend notwendig all meine Daten bei Google (im Ausland) zu speichern. Wer Cross-Platform-Kompatibilität braucht, sieht das sicher zwangsläufig etwas anders. Für mich allerdings war das Grund genug, meine Daten dort zu entfernen.

Nun waren also auch Google-Konto und Facebook-Account gelöscht. Ich hatte kein soziales Netzwerk mehr, der einzige Account, der mir teilweise ein Dorn im Auge, andererseits aber doch für mich, meine Engsten und Bekannte unverzichtbar war, da er mit Sicherheit der meistbenutzte ist, war WhatsApp. Diesen habe ich also behalten.

Was bliebt sonst? Ein paar Email-Adressen, wobei ich schon weit herunter reduziert habe; von ca. 13 auf 5. Darunter Apple ID, private Email, Arbeitsmail, etc. Zusätzlich blieben Konten bei Amazon, eBay Kleinanzeigen, Evernote (wo ich übrigens meine Notizliste mit den Accounts habe), Wunderlist und Accounts bei Versicherungen, TV und DSL, Handy usw. Diese Accounts alleine sind schon eine erhebliche Masse, bei der man sehr schnell jeden Überblick verliert, da man sie eher selten nutzt.

Mein Fazit aus dem digitalen Frühjahrsputz ist, dass ich merkte, wie viele Accounts ich insgesamt hatte, wie viele davon schlechte oder identische Passwörter,  sensible oder veraltete Daten enthielten, wie viele völlig unnötig waren und wie viele ich vermutlich immer noch habe, an die ich mich einfach nicht mehr erinnern kann, da ich die Log-In Daten nicht mehr besitze, die Email-Adressen veraltet sind – was das Zurücksetzen des Accounts sehr erschwert – und wie viele Services es einem User unnütz schwer (manchmal gar unmöglich) machen, seinen eigenen Account mit all den Daten endgültig zu löschen.

Daraus ziehe ich nicht nur den (ja, ich weiß, recht offensichtlichen) Schluss, dass man sich vor Abschluss eines neues Accounts genaue Gedanken über die Notwendigkeit jenes Dienstes machen, aber auch die Möglichkeit der Löschung seiner Daten bei Beendigung des Account abwägen sollte.

Fazit

Ich zumindest bin vorerst zufrieden, so viele Accounts und Daten gelöscht und damit mehr Überblick gewonnen zu haben, aber auch damit, die Übersicht durch die Notizliste wesentlich vereinfacht zu haben. Kreiere ich nun einen neuen Account oder lösche einen weiteren, kommt es direkt in die Notiz. Zudem habe ich für alle Accounts sichere, lange Passwörter festgelegt, die ich in meinem favorisierten Passwort-Manager speichere und mir das Leben so erleichtere. Ich kann einen solchen digitalen Frühjahrsputz nur jedem empfehlen. Es kostet Zeit, alle Konten und Accounts zusammenzutragen und wie angemerkt, vergisst man einige vermutlich für immer, dennoch hilft auch einer kleiner Schritt nach dem anderen dabei, sein digitales Leben etwas sicherer, simpler und geordneter zu gestalten.

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Viele Menschen nutzen den Ubergang von grauen Wintermonaten zum erwachenden Fruhling fur einen Fruhjahrsputz. Schranke, Keller oder Dachboden werden entrumpelt. Genau dann ist es auch an der Zeit, Ordnung in Ihrem digitalen Leben zu schaffen. Denn auf dem Laptop oder Computer sammeln sich ebenfalls alte und uberflussige Daten, Cookies oder Software. Das ist nicht nur ein unnotiger Datenballast, sondern kann auch ein Sicherheitsrisiko darstellen, insbesondere wenn Software nicht mehr auf dem neuesten Stand ist.

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